Dann lachte das arme Maͤdchen laut auf, ihn ſo betrogen zu ſehen— die beiden Walzen faßten indeß immer die Buͤndel Zuckerrohr, und ſie, mit der Zeit der Umdrehung vertraut, ſchob den Reſt gedankenlos nach, nur mit den zaͤrtli⸗ chen Scherzen ihres Liebhabers beſchaͤftigt.
Vater Wil ſah dies Alles mit an; er fuhlte große Luſt, die beiden Muͤßiggänger ein wenig zu zuͤchtigen, doch hielt er ſeinen Zorn zuruͤck.
Narina,« ſagte Atar⸗Gull in ſeiner ſchoͤnen, weichen, ausdrucksvollen Kafferſprache, Narina, du verweigerſt mir einen Kuß, und doch habe ich dir die ſchonſten Halsbaͤnder von rothen Beeren gemacht; habe dir ein Madrastuch geſchenkt“ wie es die ſchoͤnſte Mulattin nicht hat; wie oft nahm ich dir nicht deine Laſten ab;z dieſe tiefen Narben ſind ein Beweis, daß ich nicht ſelten die von dir verwirkte Strafe uͤbernahm, wenn du die Lieb⸗ lingstaube unſeres Herrn entfliegen ließeſt— fuͤr dies Alles gieb mir einen Kuß— einen einzi⸗ gen—6„:
Narina war nicht undankbar, nein; ſie reichte daher auch laͤchelnd ihre Korallenlippen hin— doch ſchrie ſie zugleich ſo entſetzlich auf, daß der Pflanzer, welcher ſchon den Aufſeher ſuchen wollte, um die träge, lachende Negerin ſeinen Peitſchen⸗ hieben zu uͤberliefern, umkehrte. Nur mit ihrer Liebe beſchaftigt, ſtreckte ſie wie bisher immer die Hand bewußtlos nach der Muͤhlez
Atar⸗Gull. II. 6


