herr zu Rheims, und ein ſehr heiliger Mann ge⸗ weſen!
Man liebt, ich weiß es, eine feine, weiche, elaſtiſche Haut, die unter unſerem liebkoſenden Munde erbebt. Man umſchlingt gern einen ſcho⸗ nen weißen Hals, auf deſſen himmelblauen Adern goldgelockte Seide ſpielt.
Man liebt es, unter einem Kuſſe roſige Au⸗ genlieder zu ſchließen, deren lange Wimper ein blaues Auge beſchatten, hell und lachend wie der Himmel eines Maitags.
Man liebt, ich weiß es, eben ſo ſehr Purpur und
Perlen in Elfenbein, als in Ebenholz, eingelegt.
Man liebt die ſchuͤchterne Haltung, den ſitt⸗ ſamen Gang, die leiſe ein jungfraͤuliches Gewand bewegen.
Man liebt aber auch einen kleinen niedlichen Fuß, der in einem Atlasſchuh durch den feinen, geſtickten ſeidenen Strumpf ſchimmert.
Aber zum Henker! warum in aller Welt uͤber dieſe ſchwarzen Schoͤnheiten, feurig wie eine afri⸗ kaniſche Stute, wild und ſcheu wie eine junge Tigerin, warum uͤber dieſe den Bann ſprechen?
Ja, haͤttet Ihr ſie nur fuͤr Ibrahims Harem geſchmuͤckt geſehen, mit ihren rothen, mit Silber durchwirkten Schleiern, ihren goldenen Ringen, den Ketten von glaͤnzenden Steinen, die auf ihrer dunkeln Haut wie ein Blitz aus duͤſtern Wetter⸗ wolken ſchimmerten!


