hatte er, wie jung er auch war, durch heftige Leiden⸗ ſchaften und durch Ausſchweifungen ſein anſehnliches vaͤterliches Erbe ſchon bedeutend vermindert.
Zufaͤllig ſah er in der vornehmen Welt, die er wenig aufſuchte, ein wunderſchoͤnes junges Mäd⸗ chen, das aber kein Vermoͤgen beſaß.
Und wieder zufaͤllig verliebte er ſich leidenſchaft⸗ lich in ſie; es war ſeine erſte wahre Liebe. Die erſte Liebe eines Wuͤſtlings iſt, wie man weiß, eine wahnſinnige Leidenſchaft, die heftigſte, die man ſich denken kann.
Dem wunderſchoͤnen Maͤdchen gefiel dieſe wahn⸗ ſinnige Leidenſchaft; da ſie jedoch eben ſo anſtaͤndig als ſchoͤn war, und da ihre Tante, welche ſie er⸗ zogen, ſich vier Mal verheirathet, und dabei natuͤr⸗ licherweiſe Gelegenheit genug gefunden hatte, ſehr große Erfahrungen einzuſammeln, ſo geſtattete man vor der prieſterlichen Einſegnung weder Kuß noch Haͤndedruck.
Der Graf von*** hatte an Marie— ſo hieß das wunderſchoͤne Maͤdchen— heißes Blut, uͤber⸗ ſpannte Begriffe, und uͤberhaupt einen entſchiedenen Hang zum Lebensgenuß bemerkt, welche, um ſich vollkommen zu entwickeln, nur den Beſitz eines glaͤnzenden Vermoͤgens erwarteten. Bevor ſie den Ehecontract unterſchrieben, ſagte er ihr ungefähr folgende Worte: Marie, ich beſitze Fehler, Laſter, wohl gar laͤcherliche Seiten— 6
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