Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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Fürſten, obgleich ſie daran zweifelte, und während ihre eigenen Zweifel, den draußen ziehenden dunkeln Wolken

ähnlich, in ihrer Seele auf und ab wogten, ruhte ihr Auge

gedankenvoll auf der gegenüber liegenden Bergwand. Da zertheilten ſich die finſteren Wolken, der Gipfel des Berges wurde ſichtbar, und ein heller, wäſſeriger Sonnenſtrahl flog über die Gegend hin, wie der Blick eines durch Thrä⸗ nen lächelnden Auges. Und ihr Auge lächelte auch wie⸗ der, denn ſie erkannte in dieſem flüchtigen Scheine der ſo lange verhüllt geweſenen Sonne einen Strahl der Hoff— nung, ein Zeichen des Himmels, daß ſie hoffen und ver⸗ trauen ſolle. Sie wurde nun heiter und froh und gab ſich jetzt erſt den beglückenden Empfindungen hin, an der Seite ihres Vaters der geliebten Heimat entgegen zu fahren.

So wenig bedarf der Menſch, um zu hoffen und zu glauben! Der ihm angeborene Trieb des Lebens und des Strebens nach Glückſeligkeit läßt ihn immer wieder die Täuſchungen und Schläge des Geſchickes vergeſſen und treibt den im Meere des Unglücks kämpfenden Schwimmer, ſich noch an einen Strohhalm anzuklammern, mit der Hoffnung, ſich dadurch vom Tode zu erretten!— Wem aber das Leben Alles genommen hat, oder wer, von ſeinen Genüſſen überſättigt, zu der ſalomoniſchen Ueberzeugung gekommen iſt, daß Alles eitel und thöricht ſei— der ſetzt

ſeine Hoffnungen weit über die winzig kleine Erde und über