Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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Ein Teſtament hat dein Mann wohl nicht gemacht?

Wie ſollte er? Der Gedanke an den Tod lag ihm ſehr fern.

So viel ich weiß, beſaß er kein Vermögen?

Nein, und was er einnahm, gab er aus; es ſind mir viele noch rückſtändige Rechnungen zugeſandt worden. Er hat niemals über ſeine Angelegenheiten mit mir geſprochen, ſetzte ſie wieder leiſe hinzu.

Das war unrecht von ihm— doch ich werde das Alles ordnen. Du mußt dies auch noch überſtehen und ertragen, mein Kind, den Verkauf der Möbel und alles, was damit in Verbindung ſteht.

O, ſei meinetwegen außer Sorgen, lieber Vater, der Gedanke, bald wieder ganz bei euch leben zu dürfen,— mich nie, nie mehr von euch zu trennen, ſetzte ſie, ihn von Neuem in ihre Arme ſchließend, hinzu, erhebt und be⸗ ſeligt mich!

So und Aehnliches ſprachen ſie zuſammen, und all⸗ mählich wurde ihre gegenſeitige Mittheilung ruhiger, ja, es kamen Momente, wo wieder ein unmerkliches Lächeln um ihren Mund ſchwebte und ihre Gedanken den Gegen⸗ ſtand ihrer Trauer verlaſſen hatten.

Wollen wir zuſammen nach dem Kirchhofe gehen? fragte ſie, als der Tag ſich neigte, mit leiſer Stimme; es iſt mein täglicher Gang, lieber Vater, ich will ihn auch heute nicht verſäumen.