Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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Niemand mehr ſtörte, und dort erſt erbrach ſie den Brief. Es waren nur wenige Zeilen. Er ſchrieb:

„Verehrte Frau!

„Lange war ich unſchlüſſig, ob ich Ihnen jetz ſchrei⸗ ben und Ihnen ſagen ſollte, wie ſehr uns das tra⸗ giſche Geſchick Ihres Herrn Gemahls ergriffen hat— aber ich bin zu der Uebetzeugung gekommen, daß es

feſt daran, daß ein Ihnen treu, treu bis zum Tode ergebener Freund an Ihrem Geſchicke ſtets den innig⸗ ſten, aufrichtigſten Antheil nimmt. Sie haben dem Unglück und dem Verderben Halt geboten, als es meine Eltern und mich bereits erfaßt hatte— unſere lebenslängliche Dankbarkeit— ach, wie wenig drückt dieſes kalte Wort das Empfinden aus— wird Sie begleiten. Sie läßt mich Ihnen jetzt ſagen, wie ſehr, wie auf das tiefſte wir erſchüttert ſind durch das, was geſchehen iſt— und daß Sie in allen Lagen Ihres Lebens und zu jeder Zeit gebieten können über Ihren bis zum Tode treu ergebenen Robert Horſt.“

Sie faltete das Blatt ſchweigend zuſammen, nachdem ſie es geleſen hatte, ihre Hände ſanken in ihren Schooß und ſie ſaß wieder ſinnend und nachdenkend, wie zuvor— aber eine leiſe Röthe färbte ihre Wangen. Dann öffnete

Unrecht wäre, wenn ich jetzt ſchwiege. Glauben Sie