Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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Glück gönnen wollten— ſo werden wir Beide— Einer des Anderen Schmerzen zu mildern ſuchen.

Mein Vater trifft morgen ein, Ew. Hoheit, ſagte Cäcilie ſichtlich verlegen, und da werde ich—

Sie werden auch dann noch eine Stunde für Ihren Fürſten oder vielmehr für Ihren Freund übrig haben— eine Stunde der Erinnerung für Ihre geſtorbene Freundin, ſetzte er mit einem Drucke ſeiner Hand hinzu,— nicht wahr, das werden Sie?

Sie bleiben mir die Antwort ſchuldig? ſagte er, als ſie geſenkten Auges und wieder bleich geworden vor ihm ſtand, indem ſie ihm ziemlich gewaltſam ihre Hand entzog; nun, Schweigen heißt Gewähren— alſo auf Wiederſehen, auf baldiges Wiederſehen.

Ach, wie unglücklich bin ich! rief ſie leiſe, als er ſich entfernt hatte, indem ſie auf einen Stuhl ſank; aber mor⸗ gen kommt der Vater, und dann, ſo bald als irgend mög⸗ lich, fort, fort von hier!— Noch ſaß ſie in ihren Gedan⸗ ken verloren, ihr Herz war beklommen, die Bruſt wie mit einem feſten Bande zuſammen gepreßt, aber die Thränen— der erquickende Thau für die von dem Schmerze ausgedorrte Seele— blieben ihren Augen fern, da brachte der Poſtbote einen Brief. Wie zitterte ihre Hand, wie ſtrahlte ihr Auge, als ſie ahnungsvoll die Handſchrift zu erkennen glaubte! Sie eilte in ihr Zimmer, wo ſie immer ſaß und geſeſſen hatte, wenn ſie allein mit ſich ſein wollte„obgleich ſie jetzt