leiſe und ſtumm mit dem Kopfe nickte— ja, Leſſen fehlt mir ſehr und überall, er war ein kluger und gewandter Mann, der ſtets Rath wußte— und ſie?— Doch Sie haben ſie ja ſelbſt genau gekannt— ihr heiteres, fröhliches und dabei doch treues und redliches Herz— ach, wie ſehr wie tief ich ihren Verluſt beklage!
Die Zeit allein kann Cw. Hoheit Schmerz lindern, be⸗ merkte Cäcilie mit leiſer Stimme und niedergeſchlagenen Augen.
Die Zeit? Glauben Sie, daß ſie es kann? fragte er, während ſeine Blicke unausgeſetzt auf ihr ruhten— ſie iſt eine kalte, theilnahmloſe Tröſterin, und ich habe Nieman⸗ den, der ihr dabei zu Hülfe käme— Niemanden. Ich ſtehe einſam und allein, denn das einzige Herz, das mich verſtanden und geliebt hat, iſt mir von dem unerbittlichen und grauſamen Geſchicke entriſſen worden.
Glauben Sie das nicht, ſagte ſie befangen; es gibt ge⸗ wiß Viele, welche den großen Verluſt, von dem Ew. Hoheit betroffen ſind, auf das tiefſte mit empfinden.
Ach, es thut mir wohl, Sie ſo reden zu hören, denn ich weiß, daß Sie es wenigſtens redlich meinen— aber die Anderen?— Reden Sie mir nicht von ihnen! Ich leſe in ihren falſchen Mienen nur zu deutlich die ſchlecht verhehlte Freude über den Tod derjenigen, welche ſie gehaßt, deßhalb gehaßt haben, weil ſie von mir geliebt wurde! Glauben Sie mir— theure Frau, fuhr er erregter fort, die Fürſten


