ſtehen einſam und verlaſſen, und Alle, die ſich ihnen nahen mit Lächeln und Schmeicheleien auf den Lippen und demü⸗ thiger Unterwürfigkeit in den Blicken, treibt doch nichts als das eigene erbärmliche Intereſſe. Die Wenigen, die es gut und ehrlich meinen— doch laſſen wir das, weßhalb ſoll ich mich Ihnen gegenüber in Klagen ergehen, da Sie ſelbſt des Troſtes ſo ſehr bedürfen. Und Sie haben ja auch Niemanden, der Sie aufrichten und mit Ihnen trauern kann.
Mein Vater wird morgen hieher kommen, ſagte ſie leiſe.
Ihr Vater? Ja, das iſt etwas; Sie werden mit Ihrem Vater von ihm reden, lange und ausführlich von ihm reden können— das erleichtert, das nimmt die Laſt von unſerem Herzen fort, die wie ein Alp darauf vuht Aber ich? Meine Mutter? Nun, Sie wiſſen ja, wie meine Mutter in dieſer Beziehung denkt. Sie hat nicht einmal an dem Leichenbegängniſſe Theil genommen und mir dann einen förmlichen, kalten Beſuch gemacht, bei welchem ich ſtatt des Schmerzes und des Mitgefühls die Freude nur zu deutlich auf ihrem Geſichte geleſen habe.
Sie irren, Hoheit, die Frau Fürſtin nimmt gewiß den
größten Antheil an dem ſo unvorhergeſehenen und ſchreck⸗
lichen Todesfalle. Sie haben ein gutes, wohlwollendes und redliches Herz, ſagte er, ihre Hand ergreifend; Sie glauben nicht, wie wohl


