freundin von ihr, ſie hat ſie gekannt und geliebt, und ich werde ungehindert und frei von ihr reden können.
Cäcilie hatte ſeit dem Begräbniſſe ihres Mannes das Haus nicht mehr verlaſſen. Sie war ernſt und ſchweigend und hatte die tiefſte Trauer auch in der Kleidung gegen alle die vielen Beileids⸗Beſuche zur Schau getragen, welche ihr zu Theil geworden waren.
An demſelben Tage, als man die Leiche ihres Mannes ihr in das Haus gebracht, hatte ſie noch unter dem Ein⸗ drucke des Entſetzens an ihre Eltern geſchrieben, ihnen den unerwarteten und ſchrecklichen Tod mitgetheilt und dringend gebeten, daß der Vater, ſobald als möglich, nach Albern⸗ hauſen komme, um ihr in ihrer hülfloſen Lage beizuſtehen. Die ihr gewordene Antwort, in welcher ihre Eltern ihr die vollſte Theilnahme ſchenkten, hatte ſie benachrichtigt, daß ihr Vater an einem beſtimmten Tage in Albernhauſen ein⸗ treffen werde; dieſer Tag war morgen.
Sie mußte alſo vierzehn Tage allein ſein, denn die im Anfange ſich ſtets erneuernden Beileids⸗Beſuche von Per⸗ ſonen, welche ſie nur ſehr oberflächlich kannte, waren nicht in Anſchlag zu bringen. Ihr Seelenzuſtand aber war ein ganz anderer, als der des Fürſten. Als ſie das erſte Ent⸗ ſetzen über die Todesart ihres Gatten überſtanden hatte, als auch das Begräbniß mit ſeinen das Gefühl aufregen⸗ den und verletzenden Momenten vorübergegangen war, als der Hügel ſich über ſeinem Grabe geſchloſſen hatte,— da


