wieder zu ihr, aber er verweilte auch jetzt nur eine kurze Zeit— er wolle ſich ihr Bild in der Erinnerung nicht zer⸗ ſtören, ſagte er, um dieſe Handlungsweiſe zu beſchönigen.
Am dritten Morgen nach jenem verhängnißvollen Abende läuteten ſämmtliche Glocken der Reſidenz und zwei Leichenzüge bewegten ſich in kurzen Zwiſchenräumen durch die dicht mit Menſchen gefüllten Straßen. Der eine ging nach dem fürſtlichen Erbbegräbniſſe, und der Hauptleid⸗ tragende war der Fürſt, der andere zog zwei Stunden ſpäter nach dem Kirchhofe, ebenfalls gefolgt von ſämmtlichen Be⸗ hörden und der fürſtlichen, jedoch leeren Equipage, dicht hinter dem Leichenwagen aber fuhr die verwitwete Mini⸗ ſterin Cäcilie Leſſen.
Noch ehe die Todten zur Erde beſtattet waren, hatte man die Unterſuchung über die Entſtehung des erſchüttern⸗ den Unglückes mit allen der Polizei zu Gebote ſtehenden Nitteln begonnen. Die Verunglückten waren ſämmt⸗ lich todt, von ihnen daher Aufklärungen nicht zu geben, Niemand war bei dem Vorfalle zugegen geweſen, von dem man die näheren Umſtände hätte erfahren können. Daß der Wagen von oben an der Stelle der Straße, wo auf eine kurze Strecke das Geländer unterbrochen war, herabgeſtürzt ſei, unterlag keinem Zweifel; es blieb jedoch unerklärlich, wie die ſonſt ruhigen Pferde, welche oft den Weg nach Monrepos gemacht, gerade an dieſer Stelle, ungeachtet der ſicheren Leitung eines alten, bewährten Kutſchers, außer⸗


