Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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Sollte ſie nicht kommen? ſprach er mit einem tiefen Athemzuge vor ſich hin, und es war faſt, als ob er in die⸗ ſem Augenblicke wünſche, ſie käme nicht. Da ſchlug ein fernes Geräuſch an ſein Ohr und er lauſchte fieberhaft mit vorgebeugtem Körper. Jetzt wurde ein Wagen oben ſicht⸗ bar, der im raſchen Trabe die Straße hinab fuhr.

Raſch ſprang er auf und ſtellte ſich dicht an die Fels⸗ wand. Seine eine Hand erfaßte das aufrecht ſtehende Holzbündel, die andere die Stange mit der Fahne.

Ha, er ſitzt bei ihr, dicht an ihrer Seite, knirſchte er, dieſer Schuft— dieſer neue Buhle— um ſo beſſer!

Der Wagen war jetzt bis dicht in ſeine Nähe gekom⸗ men, die von dem Kutſcher ſtraff im Zügel gehaltenen Pferde befanden ſich einen Schritt vor der Stelle, wo an der Thalſeite der Straße das Geländer unterbrochen war.

Mit einem lauten Schrei ſprang er hervor, warf das Holzbündel quer über den Weg und ſchwenkte die rothe Fahne. Die erſchreckten, ſcheuenden Pferde machten einen wilden Satz zur Seite, gerade in die Oeffnung hinein— am Rande des Abgrundes wollten ſie wenden— aber der Raum fehlte, der Wagen drängte nach, ſie verloren den Boden— und Pferde und Wagen ſtürzten unaufhaltſam in die faſt ſenkrechte Tiefe hinab.

Ein donnerndes, ſchwächer werdendes Krachen und Poltern— ein lang gezogener weiblicher Schrei— das alles ſchauervoll nach kurzer Zeit von dem Echo drüben