Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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Ungeachtet der Eile und der Anſtrengung, mit welcher er gearbeitet hatte, war er doch noch bläſſer geworden, aber

ſeine dunklen Augen glühten in einem ſchreckhaften dämo⸗

niſchen Feuer, als ſie jetzt unverwandt nach der oberhalb ſichtbaren Windung der Straße hinauf ſtierten.

Die Sonne war inzwiſchen tiefer hinab geſunken und neigte ſich zum Untergange. Der obere Theil der gegen⸗ über liegenden Felswände erglühte im röthlichen Lichte ihrer

Strahlen, während die demſelben abgewandten Flächen, ſo

wie der untere Theil in dunklem, geſättigtem Schatten lagen. Die Wälder, welche den Rand der tief eingeſchnit⸗ tenen Thalſchlucht umſäumten, prangten in dem reichen und grell wechſelnden Farbenſchmuck des Herbſtes und ſchie⸗

nen, von der ſcheidenden Sonne geküßt, ſehnſüchtig des

dahin geſchwundenen Frühlings zu gedenken. Aus der Tiefe ſtiegen hier und da feine, bläuliche, dunſtförmige Nebelfäden an den Felswänden empor, und über dieſem allem lag der wolkenloſe, klare Abendhimmel mit ſeiner ganzen Farbenpracht, vom glühendſten Roth ſich bis in ein mattes, graues, kaltes Blau im Oſten verlierend. Kein Lüftchen regte ſich, kein Laut unterbrach die tiefe, feierliche Stille. Hoch oben über dem Thale ſchwebte ein Falke mit ausgebreiteten, unbeweglichen Flügeln.

Er ſaß ſchweigend, aber mit heftig klopfenden Pulſen auf der Bank. Seine Augen ſtierten unverwandt hinauf

nach der Biegung der Straße.