Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

eine Thörin, worin er wahrſcheinlich Recht hat, obgleich ich weiß, daß er ſelbſt Manches thun muß, was er gern unterließe; aber es geht einmal nicht anders, dafür iſt er Geheimer Cabinetsrath, und ich die Geheimeräthin, ſetzte ſie muthwillig hinzu, die doch auch eine Meinung und eine Anſicht haben muß, wenn ſie ihre Stellung ausfüllen ſoll.

Er wurde wieder zweifelhaft und deßhalb beruhigter.

Später redete er darüber mit ſeiner Frau, welcher es ge⸗ lang, ſeine Beſorgniſſe ganz zu zerſtreuen, obgleich ſie

ſelbſt völlig darüber im Klaren war, daß Cäcilie nicht glücklich ſei.

Auch ſie ſprach mit ihr deßhalb, aber ſie vermied es, tiefer auf die Sache einzugehen, denn ſie ſcheute ſich vor

einem Ausbruche der Gefühle ihres Kindes, weil ſie anfing,

Reue darüber zu empfinden, daß ſie ihrer Verbindung mit Leſſen das Wort geredet.

Ich kann mir denken, ſagte ſie daher, daß du dir zu⸗ weilen verlaſſen und einſam vorkommſt und dich zu uns und deinem früheren Leben zurückſehnſt. Das iſt aber immer ſo beijungen Frauen, das Ungewohnte, das Fremde,

das viele Alleinſein, wenn der Mann, wie der deinige, viel außerhalb beſchäftigt iſt, bringt das mit ſich. Du mußt in dem Glauben Erſatz finden, daß du nun eine eigene Häuslichkeit beſitzeſt, vielleicht bald eine eigene Familie, ſetzte ſie lächelnd hinzu, und daß du ja doch nicht immer im elterlichen Hauſe hätteſt bleiben können. Das gibt ſich