Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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wenn wir zuſammen an einem Orte leben könnten, ich dich täglich ſehen, dich täglich ſprechen dürfte—

Das wäre ſehr, ſehr ſchön! ſagte er mit einem tiefen Seufzer; aber es läßt ſich doch einmal nicht machen, und“ dein Mann muß dir Vater und Mutter erſetzen. Ja, mein Kind, fuhr er zärtlich ihre Hand drückend fort, ſo iſt es nach den Geſetzen der Natur. Das Weib ſoll Vater und Mutter verlaſſen und dem Manne folgen, ſo ſteht es ja ſchon in der Bibel, ſie muß und ſoll in ihrer eigenen neuen Häuslichkeit Erſatz für das Verlorene finden— bei den Eltern, die allein und einſam zurückbleiben und das Kind, welches ihr höchſter und werthvollſter Schatz geweſen, einem fremden Manne zu Eigenthum geben müſſen— bei ihnen iſt das freilich ganz etwas Anderes!

Die Wiederholung derſelben Worte aus dem Munde ihres Vaters, welche ihr Mann im Zorne gegen ſie geltend gemacht hatte, erfüllten Cäcilie, ſie wußte ſelbſt nicht weß⸗ halb, mit einem jähen Schreck, der dann durch die letzte Aeußerung in Schmerz verwandelt wurde. Sie durfte denſelben aber nicht laut werden laſſen, denn die Stimmung ihres Vaters war ja ohnehin traurig genug.

Vielleicht komme ich recht bald auf längere Zeit zum Beſuche zu euch, ſagte ſie daher tröſtend; Leſſen wird wohl nichts dagegen haben, beſonders wenn du ihn darum bitteſt.

Das will ich gern thun, bemerkte nachdenklich der alte 3*