Regens oder eines Gewitters, nach deren Vorüberziehen die Luft ſich wieder um ſo erfriſchender und labender ath⸗ met, ſo unterlag hier die Anwendung dieſes im Allgemei⸗ nen richtigen Satzes doch einer weſentlichen Beſchränkung. Denn es war nicht die wahre und innige Liebe, welche Leſſen und Cäcilie verband, ſie, die ſo leicht den klaren, blauen Himmel des Vertrauens und der Hingebung nach kleinen, vorübergegangenen Stürmen wieder herſtellt und bei deren Mangel dieſer Himmel überhaupt ſtets verſchleiert und bewölkt erſcheint— es war ein ganz anderes Band, welches dieſe beiden Herzen in eine ſo enge und unauflös⸗ liche Gemeinſchaft gefeſſelt hatte. Er war, durch ihre lieb⸗ lich jugendliche Mädchenſchönheit, durch ihr ſanftes, hin⸗ gebendes und zugleich ſo fröhliches und heiteres Weſen angezogen, nach längerer Ueberlegung zu der Einſicht ge— kommen, daß ſie für ihn das Ideal einer häuslichen und zugleich ſeinen ſonſtigen Anforderungen entſprechenden Frau ſein werde. Wie immer hatten ſich dieſe Verſtandes⸗ Betrachtungen mit den Ausſtrahlungen ſeiner Sinne ver⸗
miſcht, die er zwar nicht gelten laſſen wollte, die aber doch bei ihm eben deßhalb das Hauptmotiv bildeten. Der ruhige Beſitz hatte hierin bald eine Aenderung hervorge— bracht— er fand nicht, was er erwartet, keine reizvolle, pikante Unterhaltung, kein geiſtreiches Aufleuchten, keine Coquetterie— nichts, als freundliches, duldendes Empfan⸗ gen. Sie war und blieb ſchüchtern, in ihrer Theilnahme


