fand, ſchließlich aufſprang und mit den Worten: Alſo wird heute gehungert! das Zimmer verließ.
Die verehrten verheiratheten Leſer und Leſerinnen wer⸗ den ohne unſer Zuthun vollkommen befähigt ſein, ſich die Fortſetzung und das Ende dieſes ehelichen Auftrittes aus der Erfahrung zu ergänzen, denn leider ſind ſelbſt begabte und gebildete Männer gerade in den kleinlichſten Dingen des Lebens roh und rückſichtslos, beſonders da, wo ſie ſich bewußt ſind, daß nur der eigene Wille und das eigene Er⸗ kennen ihre Handlungen zu regeln hat. Es gibt allerdings wenige beneidenswerthe Ausnahmen, aber die Meiſten ver⸗ fallen der unvollkommenen menſchlichen Natur, und wenn ſie ſich auch unaufhörlich ſelbſt ſagen: des Zornes Ende iſt der Reue Anfang— es fruchtet doch nichts, der Zorn ſchießt immer wieder aus dem vom Temperament erwärm⸗ ten Boden der Selbſtüberhebung empor, und je nachgiebiger und ſanfter eine Frau iſt, um ſo üppiger und ſchneller ent— wickelt ſich dieſe Wucherpflanze. Dies gilt von den ſoge⸗ nannten guten und gebildeten Männern— von den ande— ren gar nicht zu reden!—
Wenn wir daher zugeben müſſen, daß derartige oder ähnliche Scenen auch in den glücklichen Chen, wo die Gat⸗ ten die beiderſeitige Liebe verbindet, leider nicht fehlen, ja, daß es ſogar ſcheint, als vermöge die Natur ſelbſt in der Liebe eben ſo wenig wie in der Pflanzenwelt einen ſteten Sonnenſchein zu ertragen, ſondern bedürfe zuweilen des


