es war das erſte Mal, daß Leſſen ſich ſo rückſichtslos be— nommen hatte.
Ungenießbar! rief er, den Löffel fortwerfend; verſalze⸗ nes Spülwaſſer!
Sie mußte es im Stillen anerkennen, die Suppe war ſchlecht und auch verſalzen; ſie hatte ſich heute nicht um das Eſſen bekümmert, und ſo ſehr ſie ſich auch durch das harte Weſen ihres Mannes gekränkt fühlte, ſie empfand das Ver⸗ langen, ja, ſelbſt das Bedürfniß, ihn zu verſöhnen und wieder milde zu ſtimmen, denn der heutige Tag durfte durch keinen Mißton verkümmert werden.
Vergib mir, lieber Leſſen, bat ſie daher, ihm ihre kleine Hand über den Tiſch hinreichend, ſei heute nicht böſe— ich bekenne meine Schuld— aber ſei mir nicht böſe— ich habe mich ſo ſehr auf den heutigen Tag gefreut.
Freue dich, ſo viel du willſt, ſagte er, den dieſe unaus⸗ geſetzte Beziehung auf den erwarteten Beſuch von Neuem in Zorn brachte; ich habe nichts dagegen, daß du dich freueſt, aber der Menſch muß auch eſſen, beſonders wenn er den ganzen Morgen gearbeitet, ſich abgemüht und ſich abgeärgert hat. Nehme Sie dieſe Brühe fort! herrſchte er das wieder eintretende Mädchen an— hinaus damit!
Wir wollen dieſe unerquickliche Scene nicht weiter aus⸗ malen, welche damit endete, daß Leſſen's Zorn ſich immer mehr ſteigerte, er auch die übrigen Speiſen ungenießbar


