Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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Cw. Hoheit geſtatten vielleicht, erwiederte Leſſen, daß ich noch um einigen Aufſchub bitte.

Weßhalb?

Meine Schwiegereltern werden heute zum Beſuche hier eintreffen und einige Zeit hier bleiben. Für mich iſt das gerade keine große Annehmlichkeit, denn Schwiegereltern ſind immer eine mehr oder weniger überflüſſige Zugabe es ließ ſich jedoch nicht ändern, da meine Frau dieſem Be⸗ ſuche mit einer großen Sehnſucht entgegenſieht.

Nun, ſo laſſen Sie dieſe Sehnſucht durch einen mehr⸗ tägigen Umgang geſtillt werden, dann erwarte ich aber mit Beſtimmtheit die Erfüllung meines Wunſches, oder viel⸗ mehr des Wunſches meiner Gemahlin, ſetzte er mit einer leichten Verlegenheit hinzu.

Leſſen ſchritt bald darauf nach Beendigung der Audienz mit vergnügter Miene ſeiner Wohnung zu. Er hatte ſich von Neuem überzeugt, daß ſein Einfluß auf den Fürſten im Steigen ſei und es ihm bei kluger Behandlung nicht ſchwer ſein werde, denſelben noch mehr ſteigen zu laſſen bis zum Miniſter, dem Ziele ſeiner Wünſche. Warum ſollte er dafſelbe nicht erreichen? Die Hauptſchwierigkeiten auf dieſer Bahn waren überwunden, es ſtand ihm jetzt ſo viel Spannkraft zu Gebote, daß er ſeinen Glückswagen auch noch die letzte ſteile Höhe hinaufziehen laſſen konnte. Es gehörte dazu nichts als Klugheit, Benutzung der Ver⸗ hältniſſe, und vor Allem richtige Erfaſſung des Charakters