Zweifeln Sie nicht daran, Herr Geheimerrath, unter⸗ brach ihn Leſſen mit gewinnender Freundlichkeit; eine ſo muſterhafte Ehe, wie die Ihrige, wird einer an ſich unbe⸗ deutenden, rein politiſchen Frage wegen nicht nach lang⸗ jährigem, ungetrübtem Fortbeſtehen in Uneinigkeit zerfal⸗ len. Ihre Frau Gemahlin wird, ich nehme dies mit Be⸗ ſtimmtheit an, durch Ihre Vorſtellungen bewogen, die rich⸗
tige Ueberzeugung der obwaltenden Verhältniſſe erlangen und dann auch gewiß eben ſo willig als bereit ſein, ihren vielvermögenden Einfluß auf die Frau Fürſtin zur fried⸗ lichen und erfreulichen Löſung der obwaltenden Mißverhält⸗ niſſe eintreten zu laſſen.— Sie ſelbſt ſcheinen aber immer
5 noch nicht überzeugt zu ſein? fragte Leſſen forſchend weiter, da der Geheimerath mit der Antwort zögerte.
Ich werde Alles thun, um Ihren Wunſch zu erfüllen, Herr Cabinetsrath, erwiederte der Geheimerath mit etwas unſicherer Stimme, Ihren Wunſch, der ja auch, wie ich ſchon bemerkte, vollkommen der meinige iſt.
Und zugleich derjenige Sr. Hoheit des Mitregenten und
derjenige Sr. Hoheit Gemahlin, der Frau Gräfin, ſetzte
Leſſen langſam hinzu.
Nehmen Sie meine wiederholte Verſicherung, daß ich alles aufbieten werde, was in meinen Kräften ſteht, um ihn zu erfüllen.
Nun, das freut mich, ſagte Leſſen heiter— ich be⸗ trachte dieſe Sache daher als abgemacht und bin von dem
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