Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Ich werde mich deutlicher erklären. Nehmen wir alſo

an, die Fürſtin beharre bei ihrer Weigerung, ſo iſt die

ganze Sachlage durch die ausgeſprochene Drohung ihrer unfreiwilligen Entfernung jedenfalls weſentlich verändert. Ich halte dieſe Veränderung nicht für nachtheilig, ſondern für erſprießlich. Zwiſchen einer ausgeſprochenen Drohung und der Ausführung derſelben beſteht bekanntlich ein großer Unterſchied. Der Fürſt ſowohl als die Fürſtin werden es in ſorgſame Erwägung nehmen, ob ſie es wirklich zum Aeußerſten kommen laſſen wollen, und ich kann mich noch immer der Anſicht nicht entſchlagen, daß die Liebe der Mut⸗

ter zu ihrem einzigen Sohne bei der Fürſtin doch ſchließlich

den Sieg davontragen wird, wenn ſie zu ruhiger Ueber⸗ legung kommt und ein günſtiger Einfluß auf ſie einwirkt.

Es wäre möglich, aber es iſt nicht wahrſcheinlich auch wird eine ſolche Einwirkung auf die Fürſtin ſchwer zu erreichen ſein.

Gerade deßhalb bin ich zu Ihnen gekommen.

Zu mir? fragte der Geheimerath mit ſichtlichem Er⸗ ſtaunen.

Ja, denn dieſe günſtige Einwirkung muß von Ihrer Frau Gemahlin ausgehen.

Von meiner Frau? rief der Geheimerath erſchrocken; von meiner Frau? Ach, das iſt ganz unmöglich!

Ganz unmöglich? fragte Leſſen ebenfalls erſtaunt.