Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Worten ihres Gatten ſie ſaß mit niedergeſchlagenen Augen, aber das unruhige Wogen ihres Buſens und ihre in der ſeinigen leiſe bebende Hand verriethen ihre innere Be⸗ wegung.

So lange wir uns angehören, ſprach er weiter, es werden in wenigen Wochen zwanzig Jahre, iſt unſere Liebe nie— mals durch einen Mangel an Vertrauen getrübt worden, ich habe ſtets offen in deiner Seele geleſen, und ich ſelbſt, ſetzte er mit etwas unſicherer Stimme hinzu, habe auch nie ein Geheimniß vor dir gehabt. Liebe ohne Vertrauen iſt ja auch nicht denkbar— und jetzt, wo das Alter kommt, welches ſeine Nahrung hauptſächlich aus den Erinnerungen der Vergangenheit ſchöpft, jetzt zum erſten Male trübt ſich vor mir der klare Spiegel deiner Seele, und ich vermag nicht mehr wie ſonſt frei und ungehindert darin zu leſen.

Sie ſah ihn nachdenfend, faſt erſtaunt eine Zeit lang feſt an, aber er ſchlug ſeine Augen nicht, wie ſie erwartet hatte, vor ihrem forſchenden Blicke nieder. Sollteſt du wirklich nicht wiſſen, keine Ahnung davon haben, was mich ſo aufregt? fragte ſie dann milder. Gewiß nicht, ich habe nicht die entfernteſte Ahnung. So wäre es doch vielleicht möglich, daß ich mich geirrt hätte, ſagte ſie mit einem erleichterten, tiefen Athemzuge, und ich will offen und ohne Rückhalt mit dir reden.

Ich danke dir dafür im Voraus.

Ich werde dazu etwas weit ausholen müſſen— ſei