Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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ſtand hatte den alten, eigenſinnigen und ſich in Wider⸗ ſprüchen gefallenden Fürſten bewogen, dem Geheimenrathe ſeine beſondere Gunſt zuzuwenden und ihm die Erziehung ſeines einzigen Sohnes anzuvertrauen. Um ſo auffallender war daher das ſich jetzt verbreitende Gerücht, auch in dieſer bisher ſtets als das Muſter einer glücklichen Ehe aufge⸗ ſtellten Verbindung beginne der Unfriede Wurzel zu ſchlagen. Wir wollen uns ſelbſt von dem Grunde oder Ungrunde dieſes Gerüchtes überzeugen und deßhalb in der Wohnung des Geheimenrathes einen Beſuch abſtatten.

Es war noch ziemlich früh am Morgen, wenigſtens für die Bewohner einer fürſtlichen Reſidenz. Des Früh⸗ lings vorgeſchickte Avantgarde lag im Kampfe mit dem Winter, welcher ſich noch hartnäckig auf dem bisher unbe⸗ ſtrittenen Terrain zu behaupten verſuchte. Er ſandte ſchwere, feuchte Schneeflocken in das Gefecht, welche jedoch von den windigen Truppen des Gegners ſtürmiſch gefaßt und wir⸗ belnd umher getrieben wurden. Matt und erſchöpft ſchlu⸗ gen ſie an die hellen, großen Spiegelſcheiben des angenehm durchwärmten Zimmers, um ſich daran gänzlich aufzulöſen, indem ſie ſich der weißen Uniform ihres Beherrſchers ent⸗ kleideten.

Der Geheimerath und ſein e Frau ſaßen zuſammen beim Frühſtück. Gegen ihre ſonſtige Gewohnheit ſprachen ſie nicht mit einander, ſondern Jeder las aufmerkſam die ſo

eben angekommene Zeitung des Tages.