Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Was ſie empfanden, hätten ſie ſich doch nicht ſagen kön⸗ nen, denn das höchſte Glück und der tiefſte Schmerz iſt niemals der Worte mächtig.

Als ſie dann ſpäter zuſammen ſtanden„redeten ſie von ſehr gleichgültigen Dingen in kurzen, abgebrochenen Sätzen, aber ſeine leuchtenden Blicke und ihre oft niedergeſchlagenen, oft wieder ſchüchtern erhobenen Augen ſprachen dennoch ſehr Vieles mit einander.

Nettchen tanzte vorüber und nickte lächelnd Cäcilien zu.

Dieſe erwiederte den Gruß, aber ſie erröthete dabei, ſie wußte ſelbſt nicht weßhalb.

Gehört die Frau Lieutenant Steinberg zu Ihrem nähe⸗ ren Umgange, mein Fräulein? fragte er.

Sie iſt eine Jugendfreundin von mir, wir waren zu⸗ ſammen in der Penſion, aber ſie befand ſich in einer höhe⸗ ren Claſſe, denn ſie iſt zwei Jahre älter als ich.

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Kommen Sie auch jetzt noch oft zuſammen?

In der letzten Zeit weniger.

Es iſt vielleicht unpaſſend von mir, ſagte er dann,

ſichtlich ſeine Schüchternheit überwindend, daß ich eine Bitte an Sie richte, aber es geſchieht Ihretwegen, und 3 deßhalb werden Sie mir verzeihen.

1 O, gewiß, gewiß!

3 Gehen Sie nicht mehr mit der Frau Lieutenant Stein⸗

berg um, mein Fräulein, ſie iſt deſſen nicht würdig, auch ſind Sie dies Ihrem eigenen Rufe ſchuldig.

Guſtav vom See. Wogen des Lebens. 11

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