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wo ſie mit niedergeſchlagenen Augen neben ihm ſtand; wo er leiſe zu ihr ſprach und ſie ihn dann ſchüchtern, aber mit dem Ausdrucke unverkennbarer Hingebung anblickte. Sollte dieſer junge Mann ſie lieben? Sie vielleicht dieſe Neigung erwiedern? Die, wie Leſſen glaubte, bisher unbeachtet ge⸗
bliebene, von ihm aber erkannte Blume ſtieg plötzlich höher
in ihrem Werthe, da auch ein Anderer dieſen zu ſchätzen ſchien, denn der Mann hält meiſtens nur dasjenige für be⸗
gehrenswerth, deſſen Beſitz für ihn mit Mühen und Hinder⸗
niſſen verknüpft iſt. Deßhalb das Spiel der Coquetterie, beſtehend in dem Gebrauche und in der Benutzung von allerlei Mitteln zur Anreizung des Begehrungs⸗Vermögens, ohne ihm Befriedigung zu gewähren. So wenig genuß⸗ reich ein Genuß ohne jedes Widerſtreben, ohne jedes Hinderniß iſt, ſo wenig genügt auf die Dauer ein bloßes Hinzerren und Spielen mit denjenigen Empfindungen, die doch immer in irgend einer Weiſe einmal zum Abſchluß kommen müſſen, wenn ſie nicht entweder aufhören oder in das Gegentheil umſchlagen ſollen.
ESie ſprachen ſehr wenig, denn Beide fühlten ſich ſchon glücklich, indem ſie zuſammenſtehen und ſich ſehen konnten. Dann tanzten ſie— ihre Hand lag in der ſeinen, er um— ſchlang ihre ſchlanke, biegſame Taille, dazu das gemein⸗ ſame leichte Hinfliegen nach den berauſchenden, auffordern⸗ den Tönen der Muſik, ein Anſchauen aus nächſter Nähe — Auge in Auge— wozu bedurfte es da der Worte?


