Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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hinzugeben, denn die Lehre, die Tugend nur um ihrer ſelbſt willen zu üben, dieſer kalte Grundſatz der Stoiker, ſtreift alle Reize von dem Daſein der ſtaubgebornen un⸗ vollkommenen Menſchen ab, und gibt ihnen, ſtatt des er⸗ laubten und vielleicht auch des unerlaubten Genuſſes, nichts, als einen ſtets anhaltenden Kampf, aus dem ſie ſo lange unbefriedigt hervorgehen, bis ſie dem weit ſchlim⸗ meren Fehler der eigenen Selbſtüberhebung verfallen ſind.

Horſt, weit entfernt, ein Stoiker zu ſein, unterlag, trat aus ſeinem Verſteck hervor und ging langſam die Allee hinab in der beſeligenden Hoffnung, daß ſie zurückkehren werde.

Und ſie kam zurück, ſie grüßten ſich wie immer, ihre Augen lächelten ihm freundlich zu, er hörte ihre liebe Stimme, als ſie leiſe und ſchüchtern: Guten Morgen, Herr Horſt! flüſterte und dann war ſie vorüber; er blickte ihr nach, bis ſie hinten an der Ecke nochmals un merklich ihren Kopf umwandte. Wieder hatte die Blume ihrer Liebe ſich vom Thau der Hoffnung genährt und blühte friſcher und duftender als je.

Was ſind Pläne, was ſind Entwürfe und Entſchlüſſe! Wir bleiben doch immer ein Spielball der uns bewegenden und beſtimmenden Verhältniſſe, und die Wogen, welche unſer Lebensſchiff umfluten, treiben es oft, trotz Steuer und Compaß, weit aus ſeiner vorgeſteckten Bahn! Er

er ſie erkannt hat, zu beſchönigen und ſich ihnen wieder