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welche ähnlich wie Horſt empfinden und handeln. Aber ſie verſchließen, wie er, ihr Empfinden tief in den innerſten Schrein ihres Herzens und gehen daher oft unerkannt und
ungeſchätzt ihren Weg durch das Leben. Ich vermag den
jungen Horſt nicht anders zu ſchildern, als er war, und Du mußt ihn ſo hinnehmen und ihn Dir gefallen laſſen; ich
denke mir ſogar, daß es wohlthuend für Dich iſt, dieſen
reinen, kindlich männlichen Charakter in einer Erzählung
zu finden, in welcher an entgegengeſetzten durchaus kein
Mangel iſt— ich kann aber auch dies nicht ändern, da ich
der Wahrheit getreu erzählen muß.
An demſelben Tage, an welchem Leſſen in Crin's Hauſe geweſen, um ſeine ſo unerwartete Ernennung dort zu verkünden, während der Prinz Nettchen einen Beſuch machte, an demſelben Tage war Horſt nach einer ſchlaflos durchkämpften Nacht zu dem Entſchluſſe gekommen ſeiner Liebe zu entſagen. Es war dies nach ſeiner Auffaſſung und Annahme nichts als ein in ſeiner eigenen Seele ſtatt⸗ findender Vorgang, denn ſie blieb ja dabei unbetheiligt, da ſie nicht wußte, nicht einmal eine Ahnung davon hatte, daß er ſie liebte.
Sie ſollte ihn vergeſſen, ſein Bild aus ihrer Seele, aus ihrer Erinnerung verſchwinden, deßhalb wollte er ſie, oder ſie ſollte ihn vielmehr nicht wiederſehen, denn das ſchmerzliche Glück, ſie wenigſtens zu ſehen, ohne daß ſie ihn erblicke— dies wollte er ſich nicht rauben;


