Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Gottheit, zu ihr, die ſelbſt ſo demüthig, ſo kindlich war und keine Ahnung von dieſer ihr gezollten Vereh ung hatte..

Dann ſahen ſie ſich öfter, zufällig, ohne mit einander zu reden, ja, ohne ſich nur zu grüßen, bis es der Zufall fügte, daß ſie einige unbedeutende Worte wechſelten und ſich von dieſer Zeit an grüßten. Sie begegneten ſich nun öfter, ohne es je verabredet zu haben, und er fühlte ſich unglücklichwenn ein Tag vergangen war, an dem er ſie nicht geſehen hatte. In ihr lebte unbewußt daſſelbe Ge⸗ fühl, und ſie vermochte es bei ſich ſelbſt durch allerlei Vor⸗ wände zu beſchönigen, daß ſie faſt täglich diejenigen Wege ging, von denen ſie wußte, daß ihr Horſt begegnen und ſie grüßen würde.

Dies war der Thau, von dem die zarte Blüthe ihrer Liebe ſich nährte und entfaltete. Während ſie dieſem un⸗ bewußten aber ſeligen Gefühle ſich hingab, kamen bei ihm jetzt Stunden des Nachdenkens und ernſter, bitterer Erwä⸗ gung. Er mußte es ſich ſelbſt endlich eingeſtehen, daß er Cäcilie liebe, daß er ſein Leben ohne ihren Beſitz als ein verfehltes, unglückliches betrachten müſſe aber dennoch kam er zu dem Entſchluſſe, ihr zu entſagen. Das Ehren⸗ hafte ſeines Charakters trug bei dieſen ſo ſehr ſchmerzlichen Erwägungen und Kämpfen den Sieg davon über die For⸗ derungen ſeines Herzens.

Was vermochte er ihr zu bieten? Jahre, vielleicht