Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

manche einſame Stunde, daß dieſe Vorbereitungen zu einer auskömmlichen, all ſeinen Wünſchen entſprechenden Stel⸗ lung nicht von zu langer Dauer und daß er ſpäter im Stande ſein würde, ſeine Eltern für die Opfer, welche ſie ſich jetzt ſeinetwegen auferlegten, reichlich zu entſchädigen. Wie ſchön malte er ſich dies alles aus, wie ſchwelgte er in dem Gedanken, daß ſeine Eltern, nachdem ſein Vater ſich zur Ruhe geſetzt, bei ihm, dem Oberförſter, wohnen und den Abend ihres Lebens ſorgenfrei zubringen würden! Da kam die Liebe die Liebe, welche ſeines Vaters Bahn gekreuzt und verändert hatte, die ſo vielfach die Ge ſchicke der Menſchen beſtimmt und ſie ſo oft von dem un⸗ auslöſchlichen, unvertilgbaren Eindruck eines einzigen Augenblickes abhängig macht. Es währte längere Zeit, ehe er zur Erkenntniß dieſer Liebe kam, und dann war ſie ſo heilig, ſo keuſch und ſchwärmeriſch, daß er es ſelbſt für ein Vergehen hielt, ſie auch nur in Gedanken ſich weiter auszumalen, noch weniger kam jemals die leiſeſte Andeu⸗

tung davon über ſeine Lippen. Es war eine Liebe, die zu

ihrem Beſtehen nicht der Worte, ſondern nur der Blicke bedarf, die vom Anblick der Geliebten, von einer Begrüßung

derſelben Tage lang zehren kann und nach nichts ver⸗ langt, als eine ſolche unbedeutende Gunſt des Zufalles. Er ſah in Cäcilie das verkörperte Ideal der Weiblichkeit, ſein zur Schwärmerei geneigtes, faſt noch kindlich empfin⸗ dendes und doch feſtes Herz blickte zu ihr auf, wie zu einer