Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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genehmen Auftritt gehabt hatte; meine Sehnſucht nach Ihnen war niemals ſo groß, ich dachte, in Ihrer Freund⸗ lichkeit, in Ihrer Theilnahme eine Entſchädigung zu erhal⸗ ten— ſtatt deſſen behandeln Sie mich nicht wie einen Frem⸗ den, nein, wie Jemanden, deſſen Gegenwart Ihnen unan⸗ genehm und läſtig iſt. Womit habe ich das verdient, Nettchen?

Wollte Gott, Sie wären es! ſagte ſie mit einem zor⸗ nigen Blitze ihrer Augen und indem ſie ihre Hand plötzlich frei machte— wenn Sie es wären, würde ich die Krän⸗ kungen nicht empfinden, die Sie mir zufügen— Ihr Be⸗ tragen würde mich ja dann nichts kümmern, Sie könnten Sich herumtreiben, wo es Ihnen beliebte— doch, wie thöricht, wie unklug bin ich, daß ich ſo zu Ihnen rede! Hören Sie nicht darauf, denn ich ärgere mich, daß ich mich habe verleiten laſſen, Ihnen dies zu geſtchen.

Der Prinz war bei Nettchens Worten zuerſt ſichtlich verlegen geworden, denn er hatte ein böſes Gewiſſen; dann aber erkannte er, daß nur die Eiferſucht ſie zu dieſem Be⸗ nehmen gegen ihn veranlaßt haben könne, und das ſchmei⸗ chelhafte Gefühl, der Gegenſtand ihrer Eiferſucht zu ſein, erfüllte ſein Herz mit Wonne.

Ich ſehe, man hat mich bei Ihnen verleumdet, liebes Nettchen, ſagte er daher mit ſchmeichelnder Stimme, indem er ſich wieder ihrer Hand bemächtigte, die ſie ihm jetzt nicht mehr entzog— man hat einige muthwillige Streiche, die