Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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glaubte zu ſehen, daß ihre Miene jetzt weniger abſtoßend und weniger hart ſei. Das bemerkte er aber immer mehr, daß ſie heute beſonders hübſch und reizend ausſah, nament⸗ lich jetzt, wo ſie die Nadel einen Augenblick zwiſchen den ſchwellenden, korallenrothen Lippen preßte und dann wieder die wunderbar kleine und zierliche Hand ſo graziös auf und

nieder bewegte.

Langſam trat er um einige Schritte näher— er erwar⸗ tete offenbar eine Frage, weßhalb er nicht gehe, oder ob er bleiben wolle, wenigſtens einen fragenden oder freundlichen Blick; es erfolgte aber von allem dem nichts, ſie verharrte ſchweigend und ohne außzuſehen in ihrer bisherigen Be⸗ ſchäftigung.

Er ſchien wieder unſchlüſſig, was er thun ſolle; dann aber gewann plötzlich die zärtlichere Regung die Ober⸗ hand, raſch trat er zu ihr heran und erhaſchte eine ihrer Hände.

Nettchen, ſagte er dann, könnten Sie es wirklich über Ihr Herz bringen, mich ſo gehen zu laſſen?

Ich habe Sie ja nicht dazu aufgefordert, erwiederte ſie, indem ſie einen Verſuch machte, ihm ihre Hand wieder zu entziehen.

Mit Worten nicht, aber durch Ihr Benehmen. Froh und heiter komme ich zu Ihnen, fuhr er lebhafter fort, nach⸗

dem ich erſt deßhalb mit dem Geheimenrathe einen unan⸗ 14