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etwas gethan, was Ihnen unangenehm wäre? So reden.
Sie doch, ich wüßte nicht, was Ihnen Veranlaſſung zu einem ſolchen Benchmen geben könnte!
Zu einem ſolchen Benehmen? wiederholte ſie; ich ſollte meinen, mein Benehmen wäre durchaus ſo, wie es ſein ſoll. Oder haben Sie vielleicht ein Recht, ein anderes Benehmen von mir zu verlangen?
Ein Recht? fragte er, deſſen Erſtaunen anfing, ſich mit einiger übler Laune zu paaren; wie Sie es nehmen wol⸗
len. Ich glaube allerdings eine Berechtigung zu haben S 9 8 5
von Ihnen freundlich behandelt zu werden, wenn ich zu Ihnen komme, oder vielmehr, wenn mein Herz mich treibt, Sie aufzuſuchen, ſetzte er wieder freundlich hinzu. Dieſe Berechtigung haben Sie mir ſelbſt dadurch einge⸗ räumt, daß Sie bisher ſo gut und lieb gegen mich gewe⸗ ſen ſind.
Ihr Herz? fragte ſie ſpöttiſch; ihr Herz treibt Sie? Es ſcheint, daß Ihr Herz Sie ſehr oft treibt, und zwar auf allerlei Wege— doch laſſen wir das, ſetzte ſie mit einem faſt verachtungsvollen Tone hinzu; ich nehme durchaus keine Berechtigung in Anſpruch, dergleichen Fragen an Sie zu richten. Es iſt heute recht ſchönes Wetter; ſind Sie ſchon ausgeweſen? Iſt Leſſen's Ernennung zum ordent⸗ lichen Profeſſor noch immer nicht gekommen? Es ſcheint mir faſt, daß Sie Ihren Einfluß in dieſer Sache, wie in vielen anderen, doch überſchätzt haben.
Guſtav vom See. Wogen des Lebens. 1. 14⁴


