Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

immer nach dem äußeren Schein, und während ich ſelbſt weit entfernt bin, irgend eine unlautere Abſicht bei Ihnen vorauszuſetzen, erfordert es doch Ihre eigene Ehre, den Ruf und die Ehre dieſer Frau nicht durch ein leichtſinniges Betragen zu compromittiren.

Der Prinz hatte der längeren Rede des Geheimenraths mit ſich immer ſteigerndem Erſtaunen zugehört.

Es iſt alſo nur Theilnahme für die junge, hübſche Frau, fragte er dann, die Sie bewegt, mich von ihr fern zu halten?

Nicht Theilnahme für die junge Frau, die mir an ſich höchſt gleichgültig iſt, erwiederte der Geheimerath nicht ohne Verlegenheit, ſondern lediglich der Wunſch, daß man Sie und Ihren Namen nicht zum Mittel gebrauche, den

Ruf einer unbeſcholtenen Frau, wenn auch unverdienter Weiſe, zu gefährden.

Sie ſind wirklich erſtaunlich beſorgt, ſagte ſpöttiſch der Prinz— ich danke Ihnen, daß Sie Ihre An icht ſo klar und offen ausgeſprochen haben, und werde ſie in Erwä⸗ gung ziehen. Für heute habe ich aber meinen Beſuch zu⸗ geſagt, und da würde es unverantwortlich ſein, nicht Wort zu halten. Alſo auf Wiederſehen!

Der Prinz entfernte ſich mit dieſen Worten, ohne eine weitere Antwort abzuwarten, während der Geheimerath noch längere Zeit in dem Zimmer auf und ab ging. Er

ſchien ſichtlich mit einem Entſchluſſe zu kämpfen und ſetzte