abſprechen, wobei ich Ihnen jedoch zu erwägen gebe, daß Sie nicht mein Vater, ſondern nichts als ein Diener unſe⸗ res Hauſes ſind,— wenn Sie mir daher auch die Mün⸗ digkeit abſprechen, ſo werden Sie doch wenigſtens zugeben müſſen, daß ich kein Kind mehr bin, welches man mit irgend einem Popanz ins Bett treibt. Da Sie Sich herausneh⸗ men, ſo ſonderbare V Verbote ergehen zu laſſen, ſetzte er ſpöt⸗ tiſch hinzu, ſo dürfte ich wohl berechtigt ſein, auch die Gründe zu erfahren, welche Sie dazu veranlaſſen.
Die Gründe ſollten Ihnen ſelbſt mehr als hinlänglich
bekannt ſein, ich zweifle auch nicht daran, daß dies der Fall iſt; da es aber doch einmal nöthig iſt, uns auszu⸗ ſprechen, ſo will ich Ihnen auch die Gründe durchaus nicht vorenthalten.
Ich bin begierig, ſagte der Prinz, indem er ſich nie⸗ derſetzte.
Als Erbprinz, als künftiger Fürſt eines ſouverainen Staates ſollte es Ihre Aufgabe ſein, durch ein in jeder Hinſicht tadelfreies Betragen dieſem hohen, Ihnen von der Vorſehung zugetheilten Berufe Ehre zu machen,— dies iſt eigentlich zu wenig, Sie ſollten durch Ihr Beiſpiel zeigen und es einem Jeden klar werden laſſen, daß Sie von der
hohen Wichtigkeit Ihres Berufes durchdrungen ſind. Wenn der Unterthan in dem Fürſten ſeinen ihm von Gott gege⸗ benen Herrn erblicken und verehren ſoll, ſo muß er in ihm auch das Bild der möglichſten menſchlichen Vollkommenheit


