ein ausgeſtelltes Adels⸗Patent, und ſo war man denn nach kurzer Zeit mit der ſo enthuſiaſtiſch begrüßten vaterlän⸗ diſchen Regierung in ſo hohem Grade unzufrieden, daß es ſogar bereits 3% mehren kleinen, jedoch ſchnell unterdrückten Unruhen gekommen war. Weit entfernt, hiedurch zur beſ⸗ ſeren Einſicht zu gelangen, zog der alte Fürſt die Zügel der Regierung nur um ſo feſter an, denn ſein ſtarrer Eigenſinn hielt jede Nachgiebigkeit von ihm fern.
Dabei waren die Verhältniſſe des Hofes ſelbſt von der Art, daß ſie der Unzufriedenheit und der Erbitterung gegen den alten Fürſten ſtets neue Nahrung gaben. Er lebte
mit einer zur Gräfin erhobenen Maitreſſe, welche ihm meh⸗
rere Kinder geſchenkt hatte, offen und rückhaltlos, der öffent⸗ lichen Meinung Hohn ſprechend, zuſammen, und vernach⸗ läſſigte ſeine edle und geiſtvolle Gemahlin vollſtändig. Dieſe, ihres liebenswürdigen und leutſeligen Charakters wegen von je her der Gegenſtand der allgemeinen Ver⸗ ehrung, wurde es jetzt noch weit mehr, indem man bemüht war, ſie für die ihr faſt täglich zu Theil werdenden Krän⸗ kungen durch Darlegung der öffentlichſten und unzweideu⸗ tigſten Hochachtung zu entſchädigen. Wo ſie ſich zeigte, wurde ſie mit Beweiſen der größten Theilnahme und Ver⸗ ehrung begrüßt, während die Gräfin eben ſo deutlich das Gegentheil erfahren mußte.
Die Verhältniſſe an dieſem fürſtlichen Hofe waren
daher eben ſo wenig geeignet, auf das Herz und das


