Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Schönheit der Gegenſtand der allgemeinen Aufmerkſamkeit, und die ſtille Straße, in der das kleine, alterthümliche Haus ihres Vaters lag, bei den jungen Männern, namentlich bei den Studenten, ein vielbeſuchter Spaziergang.

Nettchen ſaß dann auf einer Erhöhung am Fenſter, emſig mit einer Arbeit beſchäftigt, welche ſie jedoch nicht hinderte, die Vorübergehenden zu ſehen und auch die erhal⸗ tenen Grüße zu erwiedern. Die alte Margareth wurde bald ihre Vertraute und Rathgeberin und erfreute ſich ſelbſt an den ihrem Zöglinge dargebrachten Huldigungen. So ſehr ſich der Vater auch dagegen ſträubte, er mußte ſeine Tochter doch hin und wieder ausführen; es kamen einige Bälle, Landpartieen und derartige Gelegenheiten, bei wel⸗ chen Nettchen ſtets den Gegenſtand der Aufmerkſamkeit der jungen Männerwelt bildete. Bei ihrer Lebhaftigkeit und ihrem entſchieden hervortretenden Hange zur Coquetterie, bei ihrem leichten Sinne knüpfte ſie hier und da Beziehun⸗ gen an, die jedoch die Gränzen unausgeſprochener flüchtiger Verhältniſſe nicht überſchritten.

Unter Nettchen's Verehrern befand ſich auch ein jun— ger Student, Namens Ferdinand Dornfeld, der Sohn armer Eltern, der ſich dem Studium der Naturwiſſenſchaften widmete. Er war von leidenſchaftlichem, etwas phantaſti⸗ ſchem Charakter und ſchwärmte daher bald für den Gegen⸗ ſtand ſeiner Anbetung. Durch ſeine botaniſchen Kennt— niſſe wußte er ſich bei Nettchen's Vater beliebt zu machen