Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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ſo lange ſie denken konnte, war dieſe im Hauſe geweſen

und hatte der einfachen Wirthſchaft vorgeſtanden. Als

Nettchen zwölf Jahre alt geworden, hatte ihr Vater ſie in

eine Penſion geſchickt. Den Leuten war dieſes, mit ſeinen

ſonſtigen Anſichten durchaus nicht übereinſtimmende Ver⸗

fahren höchſt ſonderbar vorgekommen und ſie hatten nicht

verfehlt, Mancherlei darüber zu reden und es eigenthümlich und lächerlich zu finden. Der alte Soldau hatte ſich jedoch

daran nicht gekehrt und Nettchen war drei Jahre, wie er feſt⸗ geſetzt, in der Penſion geblieben. Als ſie dann, noch nicht ganz fünfzehn Jahre alt, in das elterliche Haus zurückkehrte, war ſie ein ſchönes, in der erſten Entwicklung zur Jungfrau ſtehendes lebhaftes und ausgelaſſenes Kind, mit dem ſowohl ihr Vater, als die alte Margareth mancherlei Kämpfe zu beſtehen hatten. Dieſe ſchwer zu zügelnden Eigenſchaften ihres Charakters hatten ſie auch bewogen, ein paar Mal, hinter dem Rücken ihres Vaters, mit den Gärtnersleuten auf den Markt zu gehen und dort an die durch ihre Schön⸗ heit angezogenen Studenten Blumen zu verkaufen, ſo daß dieſe ſie„das ſchöne Blumen⸗Nettchen“ nannten. Sobald ihr Vater davon Kenntniß erhalten, und dies war ſehr bald der Fall geweſen, hatte es eine heftige Scene gegeben; dann war ihr von der alten Margareth eine lange und eindringliche Predigt gehalten worden, in Folge deren ſie auch jeden wei⸗ teren Verſuch der Art aufgegeben hatte. Als ſie dann nach zwei Jahren herangewachſen war, wurde ſie bald durch ihre