geben von einem großen, mit mehren Treibhäuſern und einer Menge von Frühbeeten verſehenen Garten. Die Pflege und Cultur dieſes Gartens bildete faſt ſeine aus⸗
ſchließliche Beſchäftigung. Die Treibhäuſer enthielten nicht nur die neueſten und koſtbarſten Blumen und Blatt⸗ gewächſe, ſondern es wurden auch in Frühbeeten und im Garten ſelbſt die beſten und ſeltenſten Gemüſe und Küchen⸗ gewächſe gezogen. Der alte Soldau hatte dafür auf ver⸗ ſchiedenen Ausſtellungen mehre Preiſe und ſonſtige Aner⸗ kennungen erhalten. Er betrieb dies alles keineswegs aus bloßer Liebhaberei, ſondern er verwerthete auch die Erzeug⸗ niſſe und ſchickte faſt täglich Blumen und Gemüſe auf den Markt oder verſandte davon in die unfern gelegenen großen Städte. Man konnte ihn nicht gerade einen Handelsgärt⸗ ner nennen, denn das Ganze koſtete ihm entſchieden min⸗ deſtens eben ſo viel, als es ihm einbrachte, aber er trieb doch mit ſeinen Producten einen Handel, und ſogar einen Detailhandel auf dem Markte.
Er ſelbſt war ein Mann ſo im Anfange der Sechszig, ſchlicht und einfach, der wenig Umgang hatte und nur zu⸗ weilen in einem beſcheidenen Wirthshauſe mit einigen, dem mittleren Bürgerſtande angehörenden Bekannten einen Schoppen Wein trank. Nettchen's Mutter war, wie be⸗ reits geſagt, vor ſiebenzehn Jahren geſtorben, ſie hatte die⸗ ſelbe nie gekannt; dagegen reichte ihre Erinnerung an die alte Margareth bis in ihre früheſte Kindheit hinauf, denn⸗


