Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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lichter zogen die Gedanken über ihr hübſches Geſicht hin und ließen ihre ſchwärzlich blauen, großen Augen bald in hellerem, bald in matterem Lichte erglänzen. Dann hob ein langer Athemz zug ihren Buſen, ſie fuhr aus der nach⸗ denkenden Stellung empor„ſetzte ſich an den Spiegel und begann ihre Toilette.

Zu ihrem Ruhme müſſen wir berichten, daß ſie ſich hierbei keiner fremden Hülfe bediente. Sie löſte die beiden vollen Flechten ihres dunkeln Haares, deſſen Farbe, zwi⸗ ſchen Schwarz und Braun die Mitte haltend, jetzt in glän⸗ zenden Wellen bis auf die Erde hinabwallte, ſo daß ihre zierliche Geſtalt wie von einem dunkeln, ſchimmernden Schleier verhüllt war, der, je nachdem der Kamm durch die ſeidenen Haarwellen zog, immer wieder einen Theil ihres lieblichen Geſichtes ſichtbar werden ließ. Ihre kleinen, weißen Hände begannen dann, dieſen reichen, dunkeln Schleier zu zertheilen und in Flechten zu legen, welche ſich bald leicht und anmuthig um ihren Kopf ordneten, deſſen ſchöne Form dadurch noch mehr hervorhebend.

Dann ſtand ſie auf— und zog ſich weitean,— ohne daß wir es uns jedoch erlauben, ſie hiebei fetner zu belauſchen. Wir treten vielmehr erſt wieder ein) nachdem ſie in einem lichtgrünen ſeidenen Oberkleide, deſſen letzten Haken ſie eben an der Bruſt ſchließt, vor dem Spiegel ſteht, ſich dann mit lächelndem Geſichte noch einige Mal, halb

rechts, halb links, umdreht, ein weißes Krägelchen am S