derte Nettchen mit einem wohlgefälligen Lächeln; ich werde Alles meinem Bräutigam wiedererzählen; er wird gewiß in ſeinem Plane, dich in unſer Haus zu nehmen, beſtärkt werden.
Thu' das, mein Kind, ſagte die Alte ſchmunzelnd — aber ich glaube, du wirſt die alte Margarethe am mei⸗ ſten vermiſſen.
Glaubſt du? Nun, vorläufig will ich lieber nichts ſagen— wir werden ja dann ſehen.
Ach, du biſt ein Schelm, Nettchen, und ohne deine alte Wärterin, die dich ſchon als Kind auf den Armen ge⸗ tragen hat, könnteſt du doch nicht leben.
Man gewöhnt ſich an Alles, erwiederte das junge Mädchen leichthin— aber ich werde mich anziehen müſſen, Steinberg wird bald hier ſein, und du weißt, er macht immer ein verdrießliches Geſicht, wenn ich nicht ganz fertig angezogen bin.
Das mußt du ihm alles abgewöhnen— ſpäter, ſpäter, mein Kind— aber was ſoll ich Herrn Ferdinand ſagen?
Sagen? Er hat keine Antwort verlangt.
Ach, mein Gott, er hat mich ja faſt zu Tode gequält, bis ich ihm verſprach, ihm deinen Entſchluß mitzutheilen!
Du biſt wirklich unausſtehlich, Margareth. Es iſt ein Unſinn— fuhr ſie nach einigem Nachſinnen fort, ich mag nicht! Wozu ſoll ich wieder all die eraltirten Reden
Guſtav vom See. Wogen des Lebens. I. 3


