Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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beſſer, er iſt ein Phantaſt! Mein Gott, und dazu noch faſt ein Knabe, nur ein Jahr älter als ich! Wenn er nur ein wenig Vernunft und Ueberlegung beſäße, ſo würde er ſich ſelbſt ſagen, daß aus dieſer thörichten Sache zwiſchen uns einmal nichts werden kann. Das muß er ſelbſt einſehen, und doch benimmt er ſich wie ein Wahnſinniger und quält mich bis auf's Blut!

Gerade weil er ſo iſt, wäre er auch im Stande, ſeine Drohung auszuführen. Mein Gott, was gäbe das für einen Scandal! Die ganze Stadt würde von nichts Ande⸗ rem ſchwatzen, und man würde dir allein die Schuld geben. Sie ſchwatzen ohnehin ſchon genug, weil ſie dich um dein Glück beneiden.

Um mein Glück? fragte Nettchen mit einem ver⸗ ächtlichen Kräuſeln ihrer zierlichen Oberlippe; iſt es denn ein ſo großes Glück, daß ich einen armen Lieutenant hei⸗ rathe?— ich dächte, das Glück ſtände auf ſeiner Seite.

Arm? Man weiß das ſo genau nicht, aber er iſt Ober⸗Lieutenant, wird bald Rittmeiſter und dann Major; du gehörſt von jetzt an zu der vornehmen Geſellſchaft und kannſt mit Stolz auf die Anderen hinabſehen.

Ach, was kümmern mich die Anderen! Vorläufig iſt er ein armer Lieutenant, der ſogar Schulden haben ſoll, wie man mir neulich geſagt hat. Wenn ich kein Ver⸗ mögen beſäße, wenn der Vater nicht für reich gehalten würde, ich weiß ja ſelbſt nicht, ob er es wirklich iſt—