dabei wieder dumme, abſcheuliche Verſe— du hätteſt den Brief unter keinen Umſtänden annehmen dürfen, Marga⸗ reth, ſetzte ſie heftig hinzu, unter keinen Umſtänden!
Ich wußte ja nicht, daß er dich ſo ärgern würde, mein Kind, erwiederte die Alte, indem ſie eine beſtürzte Miene zeigte, aber wenn du ſein unglückliches Geſicht geſehen hätteſt, du würdeſt Mitleid mit ihm gehabt haben.
Was kann ich dafür, daß er ein ſolcher Narr iſt, ein ſo wahnſinniger Menſch, der eine kleine Spielerei gleich für
Ernſt nimmt! Denke dir nur, er ſchreibt mir, daß er ſich
morgen in der Kirche während meiner Trauung erſchießen
werde, wenn ich heute Abend nicht zu ihm in den Garten
käme. Ich werde Acht geben, Nettchen, werde genau Acht geben, daß Niemand euch ſieht oder belauſcht.
Aber ich will nicht! Wie kannſt du mir nur zu⸗ reden, Margareth— bedenke, wenn es Steinberg oder der Vater erführe.
Sie werden es aber nicht erfahren, mein Schatz. Sie haben es ja bis jetzt auch nicht erfahren— es iſt ja heute das letzte Mal— und bedenke doch, er befindet ſich in einer verzweiflungsvollen Stimmung.
Ach, das iſt nur dummes Zeug! Glaubſt du wirk⸗
lich, er würde mit ſeiner Drohung Ernſt machen?— Ich
möchte es darauf ankommen laſſen. Nein, ich kenne ihn


