Wenn die Nacht ſich niederſenket, Und du ſtill biſt und alleine, Meiner doch dein Herz gedenket— Weine, mein Kind, dann weine!
Habe Dank für all' die Stunden, Die im traulichen Vereine
Uns ſo ſelig ſind entſchwunden— Weine, mein Kind, ach weine!
Leb denn wohl, fahr wohl für immer! Meine Hand drückt nie die deine, Meine Lippe küßt dich nimmer— Weine, mein Kind, ach weine!
„Leb wohl, leb wohl! Ach, weshalb hat mein Auge jemals in das deinige geſchaut, weshalb hat dein Mund mir jemals die Lüge zugeflüſtert, daß du mich liebteſt! Für ewig, für alle Zeit bin ich ein gebrochener, verlorner Menſch! Das Leben iſt mir eine Pein, eine Laſt— ich wünſche mir nichts, als den Tod! Aber einmal muß ich dich noch ſehen, einmal es noch von dir ſelbſt hören, daß du falſch, daß du treulos biſt, daß keine Liebe zu mir mehr in deinem Herzen lebt. Einmal muß ich dich noch ſprechen, Nettchen— ich bin heute Abend im Garten! Verweigerſt du mir dieſe meine letzte Bitte, ſo erſchieße ich mich morgen, während du vor dem Altare ſtehſt in der Kirche! Ferdinand.“
Er iſt ein Narr, ein völliger, vollſtändiger Narr, ſagte ſie mit einem gezwungenen Lächeln und etwas unſiche⸗ rer Stimme. Er ſchreibt wie ein Wahnſinniger— und


