Sie gehen an, erwiederte dieſe; man muß damit zu⸗ frieden ſein, weil man nichts Beſſeres hat.
Nichts Beſſeres hat? fragte die Alte verwundert; ich ſollte denken, es wäre Alles ſehr ſchön. Sieh doch nur den feinen Atlas und die herrlichen Spitzen!
Herrliche Spitzen? Nennſt du dieſe unechten Spitzen denn wirklich herrlich?
Sind es keine echten? Ich verſtehe das nicht, du mußt das beſſer wiſſen; aber ſie ſehen doch ſehr hübſch aus. Laß dir nur nichts gegen den Lieutenant merken, Nettchen,
du weißt, er iſt ſehr empfindlich— und dann mußt du auch bedenken, daß morgen deine Hochzeit iſt; wenn du erſt ſeine Frau biſt, nun dann iſt es freilich etwas Anderes.
Ja, dann iſt es freilich etwas Anderes, wiederholte das junge Mädchen mit einem Seufzer, dann werde ich noch viel unterthäniger ſein müſſen.
Wo denkſt du hin, mein Kind, erwiederte die Alte mit Lächeln, eine junge, hübſche Frau, die es nicht ver⸗ ſteht, ihren Mann zu beherrſchen, weiß nicht, was ſie be⸗ ſitt. Sei nur hübſch ſparſam mit jeder Gunſtbezeigung, immer zurückhaltend, immer nur als Belohnung für Folg⸗ ſamkeit und Erfüllung deiner Wünſche— die Männer wollen es einmal ſo, was ſie ſicher haben, macht ihnen kein Vergnügen mehr. Glaub' mir das, mein Kind, und be⸗


