Mädchen iſt; Sie werden das gewiß gern zugeben, und der Herr Graf, wenn er ſich durch den Augenſchein über⸗ zeugt hat, wird dann gewiß derſelben Meinung ſein.
Uebermorgen werden Sie Sich vermählen, Herr Lieu⸗ tenant, unterbrach der Prinz das etwas peinlich gewor— dene Geſpräch, erlauben Sie mir, Ihnen meinen aufrich⸗ tigen Glückwunſch abzuſtatten. Dann, fuhr er fort, nachdem der Lieutenant ſich verbeugt hatte, bitte ich Sie um die Erlaubniß, Ihrer Trauung, verſteht ſich nur als Zuſchauer, beiwohnen zu dürfen; die Aeußerungen des Herrn Rittmeiſters haben meine Theilnahme in einem ſo hohen Grade angeregt, daß Sie mir dieſe Bitte nicht ab⸗ ſchlagen werden.
Der Rittmeiſter verzog ſein Geſicht bei dieſen Worten des Prinzen zu einem grinſenden Lachen; der Lieutenant aber ſchien offenbar zweifelhaft, wie er dieſe ihm zugedachte Ehre aufnehmen ſolle. Die Eitelkeit, einen Erbprinzen als Theilnehmer oder gar als Zeugen ſeiner Trauung nennen zu können, gewann jedoch ſehr bald in ſeinen Be— trachtungen die Oberhand, und er erwiederte, indem er ſich bemühte, ſo förmlich als möglich zu reden: Der Herr Graf erweiſen mir eine große und unverdiente Ehre; ich würde dieſelbe aber nicht zu würdigen verſtehen, wenn ich es duldete, daß der Herr Graf lediglich als Zuſchauer meiner Hochzeit beiwohnten, und wage es daher, ſofern es nicht unangenehm ſein möchte, den Herrn Grafen ſo—
Guſtav vom See. Wogen des Lebens. I. 2


