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emporhob und ſie ſelig an ſeine Bruſt ſank— da be⸗ durfte der Bund ihrer Herzen kaum mehr einer anderen und höheren Weihe, als er in dieſem Augenblicke empfing.
So führte er ſie hinab, und als ſie dann an ſeiner Hand mit dem verſchämten, kindlichen Geſichte, tief er⸗ röthend und mit geſenkten Augen, an deren langen Wim⸗ pern noch immer die Perlen der Thränen hingen, durch die harrende Menge dem Wagen zuſchritt, mußte Jeder bekennen, daß er niemals eine ſchönere und lieblichere Braut geſehen habe.
Die kleine Dorfkirche oben in den Bergen, an deren Altar ſie vor fünf Jahren die Weihe der Chriſten em⸗ pfangen, faßte die Menſchen nicht, welche alle gekommen waren, nicht aus Reugierde, ſondern aus Theilnahme und Liebe; ſie ſtanden dicht geſchaart bis in die Wieſe hinaus. Derſelbe würdige Geiſtliche, welcher ſie eingeſegnet, ſegnete auch jetzt ihren Bund in kurzer, rührender, ſchlichter
Weiſe. Als die Ringe gewechſelt waren und ſeine Hand
ſegnend auf dem Haupte der Knieenden ruhte, zogen die ſanften, gedämpften Töne der Orgel durch die kleine Kirche noch eine längere Zeit während lautloſer Stille.— Dann erhoben ſie ſich und empfingen die Glückwünſche aller der⸗ jenigen, die ſie liebten und von denen ſie geliebt wurden, innige, herzliche, aber ſtumme Wünſche, weil die Sprache


