Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 4. Theil (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

wohnen würde.— Ich werde ſie ja doch ſehen und haben,

dachte er; die Einzige, welche ich nicht kennen lerne, iſt

Hedwig's Schwägerin, Margot. Deßhalb aber wieder eine weite Reiſe zu machen, ſcheint mir um ſo weniger nöthig, als ſie doch eine Mesalliance ſchließt und einen Bürgerlichen heirathet, meinen früheren Inſpector.— Hedwig's wiederholte Briefe und der Umſtand, in Geſell⸗ ſchaft mit der Frau Rohneck reiſen zu können, beſtimmten ihn endlich dennoch, und ſo ſehen wir ihn jetzt ſeinem ge⸗ räumigen Reiſewagen entſteigen und die ihm fremden Per⸗ ſonen, welche er ſich durch Walther vorſtellen ließ, nicht ohne eine gewiſſe Herablaſſung begrüßen. Auch er hatte ſich nur wenig verändert, die ruſſiſche Excurſion, wie er es nannte, war ihm vortrefflich bekommen, und er blickte aus ſeiner hohen, weißen Binde mit klaren und forſchen⸗ den Augen umher.

Die Gegend gefällt mir, ſagte er, als ſie ſpäter ge⸗ meinſchaftlich bei dem Apotheker zu Abend aßen; die Dörfer ſehen reinlich und wohlhabend aus und Sie haben gute Wege. Ihre Apotheke aber könnte in einer Stadt ſtehen, ſo groß und elegant iſt ſie.

Unſer Dorf iſt größer, als manche Stadt, Herr Graf, erwiederte ſelbſtbewußt der Apotheker, und wir ſetzen einen Stolz darein, den Städtern nicht nachzuſtehen.

Sehr anerkennenswerth; es liegt für mich immer