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Blick des Auges angewieſen ſind; es treten von beiden Seiten nicht ausgeſprochene Gedanken und Empfindungen zwiſchen ſie, deren Errathen und Erwiedern man voraus⸗ ſetzt, und ſich gekränkt und verletzt fühlt, wenn es nicht geſchieht! Ihr letzter Brief war zehn Monate alt, in einer ſehr traurigen Stimmung geſchrieben und beſchäf⸗ tigte ſich faſt ausſchließlich mit der nahe bevorſtehenden Abreiſe ihres Bruders. Es ſchien ihm, daß darüber ſein Beſuch in Paris vollſtändig in den Hintergrund gedrängt war, denn ſie ſprach davon nur in einem einzigen kurzen Satze.„Auch daß Sie hierher kommen, daß es mir vergönnt ſein ſoll, Sie wieder zu ſehen, ſcheint mir jetzt mehr als weiſtheft und ſo übt mich das Geſchick immer mehr im Entſagen und in der ſchweren Kunſt, meine liebſten Hoffnungen zu Grabe zu tragen.“
Hatte ſie damit auch dieſe Hoffnung wirklich zu Grabe getragen? War es ihr leicht oder ſchwer gewor⸗ den Wie oft war dieſe Frage von ihm aufgeworfen worden, indem er den Brief abermals geleſen, um daraus die Antwort darauf zu entnehmen— es ſtaßd er eben nichts weiter darin, keine Andeutung, kein Fingerzeig, wie dieſer Gedanke vei ihr entſtanden war, obhre Augen
voll Trauer oder mit Gleichgültigkeit auf dem geſchriebe⸗ nen Satze geruht hatten, ob er der Ausfluß ihres inner⸗ ſten Empfindens oder nur ein Abfinden mit der Ver⸗ 2.


