Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 4. Theil (1865)
Entstehung
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odten Buchſtaben, nicht auf das lebendige Wort und den

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ziemlich unverändert geblieben. Erſt während der beiden

letzten Monate hatten die kriegeriſchen Ereigniſſe ange⸗

fangen, ihre Ausſtrahlungen auch nach dieſem entlegenen Winkel Deutſchlands zu ſenden, deſſen ſlawiſche Be⸗

völkerung das deutſche ſie beherrſchende Element als ein feindliches betrachtete, wie dies auch jetzt zum Theil noch der Fall iſt. Walther, der ſeine liebſte Hoffnung der gegen den Grafen übernommenen Verpflichtung wegen hatte aufgeben müſſen, war wenig mit anderen Menſchen in Berührung gekommen, ſondern bemüht geweſen, in den vielen ihm obliegenden Geſchäften Erſatz für das⸗ jenige zu ſuchen, was er aufgegeben. Von Margot hatte er in langen Zwiſchenräumen zwei Briefe erhalten, in derſelben Weiſe geſchrieben, wie der letzte, halb mit dem alten kindlichen, offenen Vertrauen, halb mit einer fremd⸗ artigen Zurückhaltung. Es war, das erkannte er, etwas in ihrem Innern vorgegangen, was er leicht erforſcht haben würde, wenn er mit ihr hätte reden können ſo

aber, dg er ſchreiben, einen Brief, den er oft geleſen und

der ihn dann doch nach ſeinem innerſten Entſtehen dunkel geblieben war, beantworten mußte, wurden auch ſeine Briefe anders, als er eigentlich wollte, als er wirklich empfand. Wie leicht entſtehen und bilden ſich Mißver⸗ ſtändniſſe zwiſchen zwei Menſchen, welche nur auf den