234
Fürſten ſagen; ich bin wirklich müde. Alſo um zwölf Uhr morgen Mittag— ſo leb' denn wohl, mein Kind, ich wünſche dir gute Beſſerung und ſüße Träume— gute Nacht!
Leb' wohl, mein lieber, lieber, theurer Vater! rief ſie, ihn plötzlich wieder leidenſchaftlich umarmend— und— vergiß nicht, was du mir verſprochen haſt.
Was ich dir verſprochen habe? fragte er, von dem unerwarteten und ſo außergewöhnlichen Beweiſe ihrer Zärtlichkeit betroffen— Ach ſo!— Nun, natürlich! Ich hätte nie geglaubt, daß du ein ſo thörichtes Kind ſeleſt.
Sie preßte ihre kleine Hand feſt auf das laüt pochende Herz, als er ihren nachblickenden Augen entſchwun⸗ den war.— Werde ich ihn wiederſehen? flüſterte ſie dann vor ſich hin— gewiß, gewiß— Gott wird mit uns ſein und Alles zum Beſten lenken!
Lucie kam, und es begannen jetzt die wenigen Vor⸗ bereitungen zur Abreiſe. Der kleine Koffer wurde gepackt, die Pelze zum ſofortigen Gebrauche zurecht gelegt und dann zog ſie ſelbſt ein einfaches, warmes Kleid an, wel⸗ ches ſie ſchon vorher zu dieſem Zwecke ausgeſucht hatte.
Es war Alles beendet, Alles fertig, und doch fehlten noch zwei volle Stunden, bis das Licht drüben am Fen⸗ ſter erſcheinen konnte. Zum erſten Male hatte ſie ihre Diamanten, ſo weit ſie noch nicht verkauft waren, mit


